Johannes Rau

Berlin, 9. November 2000

Johannes Rau (2002)

Bundespräsident Johannes Rau: "Wir stehen auf für Menschlichkeit und Toleranz."

"
Die Schläger kennen nur ein Recht: Das Recht des Stärkeren. Mit jeder Tat bedrohen sie den inneren Frieden in unserem Land. Es bleibt dabei: Das Recht des Stärkeren ist das stärkste Unrecht.

Wir dürfen nicht übersehen: In unserer Gesellschaft insgesamt haben wir zuviel Gewalt. Oft ist sie subtil. Das gilt für das Mobbing in der Arbeitswelt, das gilt für rücksichtsloses Verhalten im Alltag und auch in der politischen Auseinandersetzung. Das wird spürbar beim Kraftgeprotze im Straßenverkehr. Und vergessen wir nicht, wie erbarmungslos manche Fernsehsendungen oder Zeitungsbeiträge mit Menschen umgehen.
All das fördert eine gewaltbereite Atmosphäre."


Quelle: Ansprache von Bundespräsident Johannes Rau zur Demonstration vor dem Brandenburger Tor am 9. November 2000